Methodik & Quellen
Wie die Zahlen zustande kommen – kurz, mit Quellen und ehrlichen Grenzen.
In Kürze
Für jedes Lebensmittel speichern wir die Klimabilanz pro kg aus einer wissenschaftlichen Quelle. Pro 1000 kcal und pro 100 g Eiweiß werden daraus mit Nährwertdaten berechnet. Gerichte sind die Summe ihrer Zutaten. Alle Werte sind in kg bzw. g CO₂-Äquivalenten (CO₂eq, GWP100 – Methan u. a. eingerechnet).
Datenquellen
- Klimabilanz: Poore & Nemecek (2018), Science, über Our World in Data. Mittelwerte über ~38.700 Betriebe; Systemgrenze von der Erzeugung bis zum Handel (cradle-to-retail). Die Spannweite über Produzenten (10.–90. Perzentil, Median) stammt aus „Data S2“ und ist im Entdecken-Bereich als erweiterte Ansicht zuschaltbar.
- Zweite Quelle (SU-EATABLE LIFE): Petersson et al. (2021), Scientific Data (figshare, CC-BY-4.0). Eine Literatur-Sammeldatenbank mit Interquartilsabstand und Studienzahl je Lebensmittel. Sie liefert Lebensmittel, die bei P&N fehlen (Butter, Joghurt, Honig, Pilze, Nudeln, Brot, Trockenobst, Samen), und eine unabhängige Vergleichsschätzung für vorhandene. Wichtig: SU-EATABLE-Werte liegen systematisch niedriger als P&N (Methode, Gewichtung und Systemgrenze unterscheiden sich) – sie sind markiert und nur mit Werten derselben Quelle direkt vergleichbar.
- Nährwerte (kcal, Eiweiß): UK CoFID (McCance & Widdowson), Open Government Licence.
- Lebensmittel-Funktionen (Eiweiß, Stärke …): nach den Gruppen der EAT-Lancet-Studie (Willett et al. 2019).
- Referenzwerte: Tagesbedarf 2000 kcal / 50 g Eiweiß (EU-Verordnung 1169/2011); Tages-Klimabudget für Ernährung ≈ 4,4 kg CO₂eq (Umweltbundesamt, ~1,6 t/Jahr).
- Vergleiche: Erdgas 0,20 kg CO₂/kWh (UBA), Auto 0,115 kg CO₂/km (KBA, Neuwagen-Schnitt); Dusche/Heizen daraus abgeleitet (Annahmen angegeben).
Klima-Score (A–E)
Der Klima-Score (A–E, angelehnt an den Nutri-Score, aber von uns berechnet – nicht offiziell) vergleicht die Klimabilanz pro Kalorie mit einer durchschnittlichen Ernährung: Anteil am Tages-Klimabudget geteilt durch den gedeckten Anteil am Kalorienbedarf. A heißt deutlich besser als der Schnitt, E deutlich schlechter. So zählt nicht nur der reine Wert, sondern auch, wie viel Nahrung ein Gericht liefert.
Die Zahl ist das Verhältnis zur durchschnittlichen Klimabilanz pro Kalorie (1× = Durchschnitt, kleiner ist besser):
- A < 0,5× — weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Klimabilanz pro Kalorie
- B 0,5–0,8× — deutlich unter dem Durchschnitt
- C 0,8–1,25× — etwa durchschnittlich
- D 1,25–2× — über dem Durchschnitt
- E > 2× — mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt
Grenzen & Ehrlichkeit
- Mittelwert als Standardwert: die Balken zeigen den Mittelwert über ~38.700 Betriebe. Bei wenigen Studien kann ihn ein Ausreißer nach oben ziehen – die erweiterte Ansicht zeigt darum die Spannweite und den Median über Produzenten (Treibhausgase, Landnutzung, Überdüngung).
- Begrenzte Wirkungen: Treibhausgase, Landnutzung und Überdüngung (Wasser folgt); nur bis zum Handel – Zubereitung, Heimtransport und Verpackung sind nicht enthalten.
- Grobe Lebensmittelliste (~52 Grundzutaten: 44 aus Poore & Nemecek, 8 ergänzt aus SU-EATABLE); Mengen der Beispielrezepte sind beispielhaft, keine exakten Rezepte. Gerichte aus gemischten Quellen sind nur grobe Orientierung.
- Nährwerte sind repräsentative CoFID-Einträge; Sammelkategorien („sonstiges Gemüse“) sind Näherungen, manche Lebensmittel (z. B. Kaffee) ohne Wert.
- Vergleichswerte (Duschen, Heizen, km) sind gerundete Schätzungen mit angegebenen Annahmen – als Größenordnung gedacht, nicht aufs Komma.
- Budget = aktueller Durchschnitt, kein Klimaziel. Ein „durchschnittliches“ Gericht landet daher nahe 100 %.
Stand der Daten: Poore & Nemecek 2018 (OWID), SU-EATABLE LIFE 2021, CoFID 2021. Farben: Okabe-Ito-Palette (barrierefrei bei Farbsehschwäche).